März 2002: 13 Jahre lang hat der gelernte Bäcker bei der Firma Braun in
Marktheidenfeld als Anlagenführer gearbeitet. Nebenbei jobbt Thomas Schuhmacher als
Konditor in der Bäckerei Otter in Urspringen. Es geht ihm nicht
schlecht, aber irgendwie könnte es noch besser sein. In einer
Stellenanzeige wittert Schumacher seine große Chance: Bäcker und
Konditor für den Aufbau einer Caféhauskette in Orlando gesucht. Die Chefin des Betriebs, Barbara T., ist auch noch eine ehemalige
Auswanderin aus dem Raum Würzburg. Das weckt Vertrauen. Naiv ist
Schumacher trotzdem nicht. Nach reiflicher Überlegung entscheidet sich Schumacher schließlich, die Chance zu ergreifen. Er fliegt zurück nach Amerika.
Doch statt als Manager oder Geschäftsführer zu arbeiten, backt Schumacher
Kuchen in der Villa von Barbara T. und ihrem Mann für die illustren
Gäste. Hier wohnt Schumacher auch. Er wurde wie ein moderner
Arbeitssklave behandelt.
Das Unternehmerehepaar kontrolliert und schikaniert den damals
38-Jährigen. Und sie haben ihn in der Hand, denn Schumacher ist mit
einem normalen Touristenvisum eingereist und darf offiziell gar nicht
arbeiten. Statt 2000 Dollar Monatsgehalt, will Barbara T. ihm nur noch
600 Dollar zahlen. Dafür soll er sieben Tage pro Woche arbeiten. Doch
selbst die 600 Dollar sieht der Bäcker nicht. Als ihm das Unternehmerpaar verbietet, das Haus zu verlassen, kommt es
zum Eklat. Schumacher fordert erneut sein Gehalt - und Barbara T. und
ihr Mann setzen ihn auf die Straße.
Am Dienstag, 31. Mai, um 23.15 Uhr auf Sat 1 ist Schumacher zu Gast bei Akte-Spezial, einer Sondersendung zum Thema Auswandern und erzählt seine Geschichte.